Kommunalpolitik-erneuerbare Energie

Erweiterung der Biogasanlage in Osterfeine

Naturschützer lehnen Planungen ab.

Biogasanlage


Foto FDP Archiv

Ziel und Zweck

Die Erweiterung der Biogasanlage entspricht auch dem Wunsch von 40 bis 45 Gebäudeeigentümern in der Osterfeiner Siedlung Meyers Grund. Auch sie möchten ihre Häuser zukünftig mit Wärme aus der Biogasanlage versorgen. Zur Zeit sind es rd.100 Kunden.

Kritik von Naturschützern

Der Naturschutzbund (Nabu) gab eine umfangreiche Stellungnahme ab.
"In einem gemeinsamen Schreiben des Nabu Niedersachsen, der Nabu-Kreisgruppe Vechta und des Nabu Damme lehnen die Naturschützer die Planungen in ihrer Gesamtheit ab, da sie „erhebliche Eingriffe in Natur und Landschaft ermöglicht“, „artenschutzrechtliche Risiken nicht ermittelt und nicht bewertet“ sowie die „Nähe zum europäischen Vogelschutzgebiet „Dümmer“ unzureichend berücksichtigt“. Zudem bemängelt der Nabu eine unvollständige und irreführende Umweltprüfung. Ausdrücklich behält sich der Nabu die Einleitung eines Normenkontrollverfahrens vor".(Vgl. OV 18.04.2026)

Gutachter betont Umweltschutz

Der Gutachter wies diese Vorwürfe zurück und betonte, dass der Landkreis Vechta als zuständige Fachbehörde keine Einwände habe.
"Im vorliegenden Umweltbericht wurden die voraussichtlichen Auswirkungen der 1. Änderung des Bebauungsplans Nr. 199 auf die Umwelt umfassend untersucht. Betrachtet wurden insbesondere die Schutzgüter Mensch, Tiere, Pflanzen, biologische Vielfalt, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft sowie Kultur- und Sachgüter. Dabei zeigte sich, dass durch die Planung geringfügige Auswirkungen mit Hinblick auf die Schall- und Geruchsimmissionen durch den Vollzug der Planung zu erwarten sind, diese aber keine wesentliche Verschlechterung gegenüber der bereits durch den Ursprungsbebauungsplan Nr. 199
bestehenden Situation ergibt. Die leichte Erhöhung der maximal zulässigen Anlagenhöhe hat auch nur minimale Auswirkungen auf Landschaftsbild, Verschattung und Mikroklima. Hervorzuheben sind die positiven Auswirkungen, die durch die Nutzung und Versorgung von lokal produzierter erneuerbarer Energie entstehen."

FDP stimmt zu

Porträt
Heiko Bertelt

Die FDP stimmt der Beschlussvorlage zu. Das Recht und die Pflicht der Nabu, sich kritisch zu Wort zu melden und sich für die Umwelt einzusetzen, wird ohne Einwände anerkannt. Die FDP hebt hervor, dass eine Erweiterung der Biogasanlage dem Wunsch der Bürger entspricht, und die Stadt Damme auf ihrem Weg zu einer autarken Energieversorgung durch eine Biogasanlage eine gute Ergänzung zu den regenerativen Energieträgern Wind und Sonne erhält.

Wie geht es weiter?

Der Planungsausschuss am 24.09.2026 hat mehrheitlich (gegen die Stimmen von SPD und Grünen) dem Rat empfohlen, einer Erweiterung der Anlage zuzustimmen.

Kommentar

Energiepolitik betrifft uns alle unmittelbar. Eine zukunftsfähige Stadt wie Damme entsteht dort, wo Verantwortung, Transparenz und Bürgerbeteiligung zusammenkommen. Unser Ziel sollte deshalb sein, gemeinsam über alle Fraktionen hinweg Lösungen für eine nachhaltige Umweltpoliitk zu entwickeln, die heute funktionieren und zugleich den Blick auf die nächsten Generationen richten soll. Eine "autarke Energieversorgung" ist daher ein lohnendes Ziel der Politik in Damme.

Quellen

Erweiterung der Biogasanlage in Osterfeine

Beschlussvorlage 05.05.2026 Rat der Stadt Damme: Änderung des Bebauungsplans Nr. 199 "Biogasanlage E.U.R.O. Biopower GmbH & Co. KG"

Umweltbericht zur 1. Änderung des Bebauungsplans Nr. 199 „Biogasanlage E.U.R.O. Biopower GmbH & Co. KG“ Seite 20.